"...Da stand der Scheiterhaufen der Inquisition,
die Bedrohung für Freidenker, Dichter, Physiker, Astronomen
oder Chemiker. Niemals hatte ein Feuer soviel Dunkelheit hervorgerufen
wie jener Feuerbrand der Inquisition. Auf dem Platz schien das Wort
des Apokalyptischen Engels widerzuhallen: >Wehe den Menschen!<...
"Der
Alchemist", Kap.3
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts trifft
Pablo Simon, ein Chemielehrer in einer kleinen Universitätsstadt
in den Pyrenäen, auf eine geheime Bruderschaft, deren Logenmitglieder
alle andere als "vom Teufel besessen" sind. Durch ein
eklektisches Studium alter Überlieferungen der Naturphilosophie,
Mystik und Wissenschaften des Westens und durch eine Reise in den
Fernen Osten wird er zum Jünger einer "Uralten Weisheit".
Als Alchemist und Begleiter des rätselahften Philosophen Giordano
Bruno kehrt er nach Europa zurück und erlebt die Grausamkeit
einer von Fanatismus und Sektierertum geprägten Welt, die in
vielem an die jetzige erinnert.
Wer die Werke von Giordano Bruno liest, wird sich von der verblüffenden
"Aktualität" seines Wortschatzes und Gedankengutes
überzeugen können, aber auch deren Poesie entdecken. So
soll es den Leser nicht überraschen, dass der Autor des vorliegenden
Romanes auch in diesem Stil schreibt, um uns in jene Welt der Renaissance
zu versetzen. Ein noch nicht in seinem vollen Ausmaß erkannter
"Holocaust" verdunkelt diese glanzvolle und zugleich finstere
Epoche bis in unsere Tage.
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